Eine Dezimalquote ist der Kehrwert einer Wahrscheinlichkeit: 1 ÷ Quote ergibt die Chance, die der Anbieter einem Ausgang zuschreibt. Aus der Quote 2,05 werden so 48,8 %. Rechnet man die Werte aller Ausgänge eines Spiels zusammen, zeigt der Teil über 100 % die Marge des Anbieters.
Wer die Quote bei Sportwetten lesen und Quoten verstehen will, braucht dafür nur Grundrechenarten. Die folgenden Abschnitte gehen die Rechnung Schritt für Schritt durch und enden bei der Wettsteuer, die jede Wette in Deutschland etwas teurer macht. Der Rechner auf dieser Seite nimmt Ihnen die Arbeit ab, ersetzt aber nicht das Verständnis.
Was sind Quoten bei Sportwetten und was ist mit Quote gemeint?
Eine Quote ist zunächst ein Auszahlungsversprechen. Bei 2,05 erhalten Sie für jeden eingesetzten Euro 2,05 € zurück, wenn der Tipp aufgeht, den Einsatz eingeschlossen. Bei 10 € Einsatz sind das 20,50 €, also 10,50 € Gewinn.
Dahinter steht eine Einschätzung, wie wahrscheinlich der Ausgang ist. Je niedriger die Quote, desto eher rechnet der Anbieter mit dem Ereignis. Man spricht von der impliziten Wahrscheinlichkeit, weil sie nirgends ausgeschrieben steht, sondern in der Zahl steckt. Sie ist keine Prognose von wetten.fm, sondern der Preis, zu dem ein Anbieter eine Wette annimmt.
Für den Vergleich ist ein Punkt wichtig: Die implizite Wahrscheinlichkeit enthält immer auch den Aufschlag des Anbieters. Die tatsächliche Chance eines Ausgangs liegt deshalb meist etwas darunter.
Wie rechnet man Wettquoten in Prozent um?
Die Formel ist kurz: Wahrscheinlichkeit = 1 ÷ Quote. Für den Heimsieg von Eintracht Frankfurt gegen den 1. FC Köln zur Quote 2,05 ergibt das 1 ÷ 2,05 = 0,488, also 48,8 %. Ein Remis zu 4,40 entspricht 22,7 %, ein Kölner Auswärtssieg zu 3,60 entspricht 27,8 %.
- Quote des Ausgangs ablesen, etwa 2,05.
- 1 durch die Quote teilen: 1 ÷ 2,05 = 0,488.
- Mit 100 multiplizieren: 48,8 %.
- Für jeden Ausgang des Spiels wiederholen.
- Alle Werte addieren – was über 100 % liegt, ist die Marge.
Die Rechnung gilt für Dezimalquoten, wie sie in Deutschland üblich sind. In Großbritannien werden Bruchquoten genutzt, in den USA die Moneyline. An der Wahrscheinlichkeit ändert die Schreibweise nichts, wie die Tabelle zeigt.
| Dezimal (DE) | Bruch (UK) | Amerikanisch (US) | Implizite Wahrscheinlichkeit | Reingewinn bei 10 € |
|---|---|---|---|---|
| 1,25 | 1/4 | −400 | 80,0 % | 2,50 € |
| 1,75 | 3/4 | −133 | 57,1 % | 7,50 € |
| 2,05 | 21/20 | +105 | 48,8 % | 10,50 € |
| 3,60 | 13/5 | +260 | 27,8 % | 26,00 € |
| 4,40 | 17/5 | +340 | 22,7 % | 34,00 € |
| 9,50 | 17/2 | +850 | 10,5 % | 85,00 € |
Wer eine Quote in die Gegenrichtung braucht, rechnet 100 ÷ Prozent. Eine Chance von 25 % entspricht einer Quote von 4,00. Das ist die sogenannte faire Quote, also der Preis ohne jeden Aufschlag.
Wie viel Marge steckt in einem Spiel?
Würde ein Anbieter die Chancen ohne Aufschlag berechnen, ergäben die drei Ausgänge 1, X und 2 zusammen genau 100 %. Tatsächlich liegt die Summe bei einem einzelnen Anbieter darüber. Dieser Überhang heißt Buchmachermarge oder Overround, und er ist der Teil, den der Anbieter über viele Wetten hinweg einbehält.
Ein Beispiel mit den Quoten 1,95 / 3,90 / 3,40 eines einzelnen Anbieters: Umgerechnet sind das 51,3 % + 25,6 % + 29,4 % = 106,3 %. Die Marge beträgt 6,3 Prozentpunkte, die rechnerische Auszahlungsquote liegt bei 1 ÷ 1,063 = 94,0 %. Von 100 € Einsatz fließen im Schnitt also 94 € zurück.
Für Sie heißt das: Je kleiner die Summe, desto mehr vom Einsatz fließt an die Wettenden zurück. Der Blick auf die Summe ist deshalb der schnellste Weg, einen günstigen von einem teuren Markt zu unterscheiden.
Wettquoten berechnen: Wie ermittelt man die faire Quote?
Die faire Quote entsteht, wenn man die Marge herausrechnet. Der einfachste Weg teilt jede implizite Wahrscheinlichkeit durch die Summe. Im Beispiel von oben ergibt das mit den ungerundeten Werten 48,2 %, 24,1 % und 27,7 %, zusammen genau 100 %.
Die faire Quote ist der Kehrwert davon: 1 ÷ 0,482 = 2,07 für den Heimsieg, 4,15 für das Remis und 3,62 für den Auswärtssieg. Der Anbieter zahlt auf den Heimsieg also 1,95 statt 2,07. Der Unterschied ist der Preis, den Sie für die Wette bezahlen.
Diese Methode ist eine Näherung, denn Anbieter verteilen ihre Marge nicht zwingend gleichmäßig auf alle Ausgänge. Für den Vergleich zweier Quoten reicht sie trotzdem aus.
Warum kann die Summe der Bestquoten unter 100 % liegen?
Nehmen wir als Rechenbeispiel die Partie Eintracht Frankfurt gegen den 1. FC Köln mit den Bestquoten 2,05 / 4,40 / 3,60. Jede davon steht für die höchste Quote, die für diesen Ausgang gefunden wurde. Umgerechnet ergibt sich:
| Ausgang | Quote | Implizite Wahrscheinlichkeit |
|---|---|---|
| 1 · Heimsieg | 2,05 | 48,8 % |
| X · Remis | 4,40 | 22,7 % |
| 2 · Auswärtssieg | 3,60 | 27,8 % |
| Summe | 99,3 % |
Die Summe liegt 0,7 Prozentpunkte unter 100 %. Das ist kein Rechenfehler. Die drei Quoten stammen von verschiedenen Anbietern, und jeder holt seinen Aufschlag auf den beiden anderen Ausgängen herein. Wer je Ausgang den großzügigsten Preis nimmt, kombiniert die günstigsten Stellen mehrerer Kalkulationen.
Kein einzelner Anbieter bietet alle drei Quoten zugleich an, deshalb kann die Summe unter die Grenze fallen, die für jeden Anbieter allein gilt. Eine Summe unter 100 % heißt trotzdem nicht, dass sich mit diesen Quoten verlässlich Geld verdienen ließe. Quoten bewegen sich bis zum Anpfiff, Einsatzlimits greifen, und auf jede Wette fällt die Wettsteuer an.
Was ändert die Wettsteuer von 5,3 %?
Auf Sportwetten erhebt der Staat in Deutschland eine Steuer von 5,3 % (§ 18 Rennwett- und Lotteriegesetz). Bemessungsgrundlage ist der Wetteinsatz (§ 17). Wie ein Anbieter sie behandelt, ist unterschiedlich: Manche tragen sie selbst, andere ziehen sie vom Einsatz oder vom Gewinn ab, und die Bedingungen stehen beim jeweiligen Anbieter.
Wird die Steuer vom Einsatz abgezogen, wirkt das wie eine niedrigere Quote. Aus 2,05 wird effektiv 2,05 × 0,947 = 1,94. Für das Frankfurter Beispiel steigt die Summe so von 99,3 % auf 99,3 ÷ 0,947 = 104,8 %. Die Rechnung vereinfacht, denn sie unterstellt einen Abzug von 5,3 % direkt vom Einsatz, so wie ihn viele Anbieter handhaben.
Damit trägt jede Wette wieder einen Aufschlag, nur dass er diesmal als Steuer abfließt. Vergleichen Sie Quoten deshalb immer zusammen mit der Steuerregel des Anbieters. Alle Quoten in diesem Beispiel verstehen sich als Werte vor Steuer.
Wie berechne ich meinen möglichen Gewinn aus einer Quote?
Die Auszahlung ergibt sich aus Einsatz mal Dezimalquote, der Reingewinn aus der Auszahlung minus Einsatz. Bei 10 € auf die Quote 3,60 sind das 36,00 € Auszahlung und 26,00 € Gewinn. Bei einer Kombiwette multiplizieren sich die Quoten der einzelnen Tipps, aus drei Tipps zu je 1,50 wird die Gesamtquote 3,375.
Zieht Ihr Anbieter die Wettsteuer vom Einsatz ab, rechnen Sie mit dem verbleibenden Betrag weiter. Von 10 € bleiben dann 9,47 €, die Auszahlung beträgt 9,47 × 3,60 = 34,09 € und der Gewinn 24,09 €. Diese Zahlen sind der Grund, warum die Quote bei Sportwetten immer zusammen mit der Steuerregel gelesen werden muss.
Lohnt sich ein Quotenvergleich?
Ja, denn derselbe Tipp wird nicht überall zum selben Preis angeboten. Zahlt ein Anbieter 2,05 und ein anderer 1,95 auf denselben Heimsieg, liegen bei 10 € Einsatz im Erfolgsfall 1,00 € dazwischen. Bei einer Trefferquote von 49 % ergibt das über 100 Wetten à 10 € rund 49 € Unterschied.
Quoten verstehen bedeutet deshalb auch, Preise nebeneinanderlegen zu können: gleiche Wette, gleicher Zeitpunkt, Quote und Steuerregel zusammen. Die Quotenfrequenz stellt dafür die Bestquoten und ihren Verlauf bereit.
Welche Quote ist gut?
„Gut“ hängt von Ihrer Einschätzung ab, nicht von der Höhe der Zahl. Eine hohe Quote steht für eine niedrige Wahrscheinlichkeit, und ein Außenseiter bei 9,50 trifft im Schnitt nur etwa einmal in zehn Spielen. Interessant wird eine Quote erst, wenn Sie die Chance des Ausgangs höher einschätzen als die implizite Wahrscheinlichkeit.
Ein Beispiel: Trauen Sie einem Heimsieg 50 % zu und eine Quote von 2,20 steht zur Wahl, liegt sie über dem fairen Preis von 2,00. Nach 5,3 % Steuer vom Einsatz bleibt davon wenig, denn erst ab etwa 2,11 entsteht überhaupt ein Plus. Dieses Denken in Preis und Wahrscheinlichkeit heißt Value und ist der Kern jeder Sportwetten Strategie.
Aus dem Tagesgeschäft gibt es noch den Begriff der Mindestquote. Manche Aktionen nennen eine Quote, ab der eine Wette zählt. Die Bedingung steht in den Teilnahmebedingungen des Anbieters, und sie gehört vor einer Wette gelesen, nicht danach.
Warum ändern sich Wettquoten vor einem Spiel?
Quoten sind ein laufender Preis, und er reagiert auf Informationen. Fällt ein Stammspieler aus oder wird die Aufstellung bekannt, passen Anbieter ihre Einschätzung an. Auch die eingehenden Wetten wirken: Fließt viel Geld auf einen Ausgang, kann dessen Quote sinken, damit sich das Risiko des Anbieters ausgleicht.
Für Sie hat das zwei Konsequenzen. Eine Quote von gestern ist nicht die Quote von heute, und derselbe Tipp kann zu verschiedenen Zeitpunkten unterschiedlich viel kosten. Wie sich Quoten über mehrere Tage bewegen, sehen Sie auf der Quotenfrequenz.
Wer nach dem Quoten verstehen weiterlernen will und die Grundlagen im Zusammenhang sucht, findet Wettarten, Bankroll und Spielerschutz in der Wettschule. Die Wett-Tipps zeigen die Quoten an konkreten Spielen.
Zur Einordnung: Alle Anbieter, deren Quoten Sie bei uns vergleichen können, brauchen in Deutschland eine Erlaubnis der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL). Die aktuelle Whitelist veröffentlicht die Behörde unter gluecksspiel-behoerde.de.