Die vollständige Übernahme der Wettsteuer nennt bisher einer von zwölf Anbietern. Die Wettsteuer von 5,3 Prozent fällt bei jeder in Deutschland veranstalteten Sportwette an, und zahlen muss sie der Anbieter. Die Frage ist nur, wer sie am Ende trägt. Nach den Angaben der Anbieter vom 14.10.2026 übernimmt Winamax sie komplett, andere ziehen sie vom Gewinn ab, kürzen die Quote oder machen widersprüchliche Angaben.
Stand: 14.10.2026. Die Tabelle führt die Angaben auf, die die Anbieter selbst machen. Wo ein Anbieter keine Regelung nennt, steht „keine Angabe“; prüfen Sie dann den Wettschein vor dem Absenden. Alle genannten Anbieter stehen auf der Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL, Stand 02.10.2026).
Wettanbieter ohne Steuer im Überblick: Wer trägt, wer rechnet ab
Die Tabelle trennt vier Verfahren. „Übernommen“ heißt: Der Anbieter zahlt die Steuer, Sie spielen mit dem vollen Betrag. „Vom Gewinn“ heißt: Die Steuer wird nur fällig, wenn die Wette gewinnt. „Über die Quote“ heißt: Der Anbieter kürzt im Gewinnfall die Auszahlungsquote.
| Anbieter | Verfahren | Was der Anbieter laut Stand 14.10.2026 angibt |
|---|---|---|
| Winamax | Übernommen | Übernimmt die komplette Wettsteuer auf die platzierten Wetten (0 % Wettsteuer). |
| Betano | Vom Gewinn | Nur im Gewinnfall: 5,3 % werden vom Gewinn abgezogen und auf dem Wettschein angezeigt. |
| bet-at-home | Vom Gewinn | 5,3 % werden vom Gewinn abgezogen; Bonusguthaben ist von der Wettsteuer ausgenommen. |
| bwin | Vom Gewinn | Laut Wettbedingungen 5 % des Bruttogewinns (Einsatz mal Quote), nur bei gewonnenen Wetten; die FAQ nennt abweichend 5,3 % auf den Einsatz. |
| Interwetten | Über die Quote | Trägt die Steuer, kürzt im Gewinnfall aber die Auszahlungsquote um 5,3 %; vom Einsatz wird nichts abgezogen. |
| Tipico | Widersprüchlich | Die Wettseite wirbt mit „0 % Wettsteuer für Neukunden“, ein Support-Artikel nennt eine Wettgebühr von 5 % des Einsatzes, die beim Platzieren abgezogen wird. |
| bet365 | keine Angabe | keine Angabe |
| Betway | keine Angabe | keine Angabe |
| NEO.bet | keine Angabe | keine Angabe |
| AdmiralBet | keine Angabe | keine Angabe |
| Merkur Bets | keine Angabe | keine Angabe |
| ODDSET | keine Angabe | keine Angabe |
Bei Tipico und bwin liegen zwei Aussagen desselben Anbieters nebeneinander. Wir entscheiden das nicht für Sie, sondern empfehlen, vor der ersten Wette den Wettschein zu prüfen: Dort muss der Steuerabzug ausgewiesen sein. Den Anbieter-Überblick mit Lizenzdaten und Reviews finden Sie im Wettanbieter-Vergleich.
Was ist die Wettsteuer von 5,3 Prozent?
Die Sportwettensteuer steht im Rennwett- und Lotteriegesetz in der Fassung von 2021. Paragraf 18 legt den Satz fest: 5,3 Prozent der Bemessungsgrundlage. Paragraf 17 sagt, was diese Grundlage ist: der Wetteinsatz, vermindert um die Steuer selbst. Steuerschuldner ist nach Paragraf 19 der Veranstalter der Wette (Quelle: gesetze-im-internet.de).
Die Formulierung „abzüglich der Steuer selbst“ klingt nach Haarspalterei, hat aber eine Folge. Zahlen Sie 100 Euro in einen Wettschein, in dem die Steuer schon steckt, sind darin rund 5,03 Euro Steuer enthalten und 94,97 Euro Wetteinsatz. Will der Anbieter 100 Euro Nettoeinsatz sehen, schlägt er 5,30 Euro obendrauf, und Sie zahlen 105,30 Euro. Beides ist dieselbe Steuer, nur anders herum gerechnet.
Gewinne selbst sind nicht der Gegenstand dieser Steuer. Sie knüpft an den Einsatz an, auch bei verlorenen Wetten. Dass manche Anbieter sie erst beim Gewinn einziehen, ist eine Abrechnungsentscheidung des Anbieters, keine gesetzliche Vorgabe.
Steuer auf den Einsatz oder auf den Gewinn? Fünf Rechenbeispiele
Wer Wettanbieter ohne Steuer vergleicht, sollte dieselbe Wette auf fünf Arten durchrechnen. Gleiche Wette, fünf Abrechnungen: 100 Euro, Quote 2,00, die Wette gewinnt. Die Verfahren stammen aus den Angaben der Tabelle oben; die Beträge sind unsere Rechnung, keine Zusage eines Anbieters.
| Verfahren | Sie zahlen | Auszahlung bei Gewinn | Reingewinn | Bei verlorener Wette |
|---|---|---|---|---|
| Steuer übernommen | 100,00 € | 200,00 € | 100,00 € | 100,00 € weg |
| Steuer im Einsatz enthalten | 100,00 € | 189,94 € | 89,94 € | 100,00 € weg |
| Steuer obendrauf | 105,30 € | 200,00 € | 94,70 € | 105,30 € weg |
| 5,3 % vom Gewinn | 100,00 € | 194,70 € | 94,70 € | 100,00 € weg |
| Quote um 5,3 % gekürzt | 100,00 € | 189,40 € | 89,40 € | 100,00 € weg |
Zwei Dinge fallen auf. Erstens zahlt der Abzug vom Gewinn in diesem Beispiel genauso viel Reingewinn aus wie der Aufschlag auf den Einsatz, kostet bei einer verlorenen Wette aber nichts extra. Zweitens liegen die Verfahren, bei denen die Steuer schon im Einsatz steckt oder die Quote gekürzt wird, am untersten Ende: gut zehn Euro Unterschied zum Anbieter, der die Steuer übernimmt.
Der bwin-Fall aus den Wettbedingungen sieht so aus: 5 Prozent vom Bruttogewinn, also vom Produkt aus Einsatz und Quote. Bei 100 Euro und Quote 2,00 sind das 10 Euro, es bleiben 190 Euro Auszahlung. Die FAQ desselben Anbieters nennt eine andere Rechnung, 5,3 Prozent auf den Einsatz. Welche im Einzelfall gilt, zeigt der Wettschein.
Wetten mit Bonusguthaben rechnen sich noch einmal anders. Bei bet-at-home etwa ist Bonusguthaben nach Anbieterangabe von der Wettsteuer ausgenommen; wie ein Bonus mit Umsatzbedingungen wirkt, erklären wir auf den Seiten der einzelnen Anbieter.
Wie können Anbieter die Wettsteuer übernehmen?
Ein Wettanbieter ohne Steuer verschenkt nichts. Er zahlt die 5,3 Prozent aus der Marge, die in jeder Quote steckt: Aus den drei Quoten eines Spiels ergibt sich eine Summe der Kehrwerte von mehr als 100 Prozent, und dieser Überschuss ist sein Verdienst vor Kosten. Bei den Bundesliga-Spielen des 6. Spieltags liegt diese Summe bei den einzelnen Anbietern in unseren Daten zwischen 105,0 und 108,8 Prozent. Sinkt die Marge um die Steuer, bleibt weniger übrig; ein Anbieter, der die Steuer übernimmt, muss also entweder auf Verdienst verzichten oder die Quoten an anderer Stelle enger rechnen.
Genau deshalb reicht das Etikett „ohne Wettsteuer“ nicht. Ein Anbieter mit übernommener Steuer, aber schlechteren Grundquoten, kann für Sie teurer sein als einer, der sie vom Gewinn abzieht. Der Vergleich gelingt nur über das Gesamtbild aus Quote, Verfahren und Wettangebot. Ein Überblick über Anbieter, Lizenzen und Reviews steht im Wettanbieter-Vergleich.
Worauf Sie bei „0 % Wettsteuer“ achten sollten
Werbung mit Sportwetten ohne Wettsteuer kann sich auf sehr Verschiedenes beziehen. Vier Fragen klären, was gemeint ist:
- Gilt der Verzicht dauerhaft oder nur für Neukunden, für einen Zeitraum oder für eine Aktion? Tipico etwa wirbt mit „0 % Wettsteuer für Neukunden“, während ein Support-Artikel des Anbieters eine Wettgebühr nennt.
- Gilt er für alle Wettarten, Märkte und Ligen – oder nur für ausgewählte Spiele?
- Wird die Steuer vom Einsatz, vom Gewinn oder über die Quote verrechnet? Das sehen Sie auf dem Wettschein.
- Zählt Bonusguthaben mit? Bei bet-at-home etwa ist es nach Anbieterangabe von der Wettsteuer ausgenommen.
Der einfachste Test ist eine Probewette mit kleinem Einsatz: Notieren Sie Einsatz, Quote und Auszahlung und rechnen Sie nach, ob die Zahlen zu den Angaben des Anbieters passen. Maßgeblich sind die Wettbedingungen, nicht der Banner.
Lohnt sich ein Wettanbieter ohne Wettsteuer?
Das hängt weniger von der Steuer ab als von der Quote. Nehmen Sie eine Partie des kommenden Spieltags: Beim Spiel von Union Berlin gegen Borussia Dortmund am 17.10.2026 reicht die Heimquote bei den fünf Anbietern in unseren Daten von 4,50 (Interwetten) bis 5,20 (Tipico). Das sind rund 16 Prozent Spanne – knapp das Dreifache der Steuer. Ob in diesen Quoten ein Steuerabschlag schon eingerechnet ist, geben die Anbieter nicht einheitlich an.
Sinnvoll ist deshalb ein einfacher Vergleich: Dieselbe Wette, dieselbe Quote, aber der Weg bis zur Auszahlung. Wer regelmäßig wettet, kann ihn mit dem Rechenschema oben selbst durchspielen. Einen Überblick, wie sich Quoten über die Zeit bewegen, finden Sie in der Quotenfrequenz; wie eine Quote zustande kommt und was die Marge darin bedeutet, steht in der Wettschule unter Quoten verstehen.
Wer nur gelegentlich mit kleinen Beträgen wettet, spürt den Unterschied kaum. Bei 20 Wetten zu je 50 Euro, also 1.000 Euro Umsatz im Monat, summiert sich die Steuer im Einsatz auf rund 50 Euro. Das ist ein reales Kriterium, aber eben nur eines unter mehreren: Wettangebot, Livewetten, Streaming, Auszahlungsdauer und Bonusbedingungen zählen genauso.
Das Ergebnis hängt vom Verfahren ab. Bleiben wir bei 20 Wetten zu je 50 Euro und Quote 2,00, von denen zehn gewinnen. Wird die Steuer im Einsatz abgezogen, kostet sie rund 50 Euro, ob Sie gewinnen oder nicht. Wird sie vom Gewinn abgezogen, fallen 5,3 Prozent auf die 500 Euro Gewinn an, also 26,50 Euro. Wer häufig verliert, fährt mit dem Abzug vom Gewinn besser; wer oft trifft, mit einem Anbieter, der die Steuer übernimmt. Beide Rechnungen sind Modellfälle und sagen nichts darüber, wie oft eine bestimmte Wette gewinnt.
Eine Warnung zur Werbung: „0 % Wettsteuer“ ist ein Versprechen mit Bedingungen. Es kann auf Neukunden, bestimmte Zeiträume oder einzelne Märkte beschränkt sein. Maßgeblich sind die Wettbedingungen, nicht der Banner.
Sind Wettanbieter ohne Steuer legal und an OASIS angebunden?
Ja – wenn sie eine Erlaubnis der GGL haben. Die Steuerübernahme ist ein Preisbestandteil, keine Rechtslücke: Der Anbieter führt die 5,3 Prozent ans Finanzamt ab und zahlt sie aus seiner eigenen Marge. Ein deutscher Lizenznehmer unterliegt dabei denselben Pflichten wie jeder andere. Dazu gehören der Abgleich mit der Sperrdatei OASIS, das anbieterübergreifende Einzahlungslimit von 1.000 Euro pro Monat (geprüft über LUGAS) und die getrennte Verwahrung Ihres Guthabens.
Aufpassen sollten Sie bei Seiten, die „steuerfrei“ oder „ohne Wettsteuer“ bewerben, aber nicht auf der Whitelist stehen. Dort spart nicht der Kunde Steuer, sondern der Anbieter spart sich die deutsche Aufsicht. Warum das für Sie ein Nachteil ist, erklärt unser Beitrag zu Wettanbietern ohne OASIS; die Whitelist selbst veröffentlicht die GGL unter gluecksspiel-behoerde.de.
Sportwetten sind kein Einkommen und keine sichere Rechnung. Setzen Sie nur, was Sie verkraften können, und nutzen Sie die Limits Ihres Kontos. Hilfe bei Problemen gibt es auf unserer Seite Verantwortungsvolles Spielen und bei der anonymen BIÖG-Telefonberatung zur Glücksspielsucht unter 0800 1 37 27 00.
18+. Glücksspiel kann süchtig machen - Hilfe finden Sie auf https://www.bioeg.de/